Forschung 

Abgeschlossene Projekte


Umgang mit probabilistischen Informationen bei Patienten mit Zwangsstörungen

Prof. Dr. Exner, Dr. U. Zetsche, Prof. Dr. W. Rief

Klinische Erfahrungen zeigen, dass Menschen mit einer Zwangsstörung die Wahrscheinlichkeit negativer Ereignisse überschätzen. Lernpsychologisch könnte vermutet werden, dass Zwangspatienten Schwierigkeiten haben, aus der alltäglichen Erfahrung zu lernen, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Ereignisse auftreten (Häufigkeitslernen) bzw. zu lernen, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Ereignisse und deren Folgen verknüpft sind (probabilistisches Lernen). Die geplante Studie untersuchte daher, wie gut Patienten mit Zwangsstörungen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Ereignissen einschätzen und aus Hinweisreizen, die mit den nachfolgenden Ereignissen in probabilistischer Weise verknüpft sind, vorhersagen können. Diese Fragestellungen wurden an 30 Personen mit einer Zwangsstörung, 30 Personen mit einer Sozialen Phobie und 30 gesunden Kontrollen untersucht. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Zwangspatienten im Vergleich zu Gesunden bezüglich der Einschätzung der Wahrscheinlichkeit positiver und allgemein negativer Ereignisse einen unrealistischen Pessimismus aufweisen. Zwangspatienten zeigten im Vergleich zu Gesunden jedoch keine grundlegenden Defizite in der impliziten Erfassung von Auftretenshäufigkeiten. Die Ergebnisse zeigten weiterhin, dass Zwangspatienten nur dann im Erlernen probabilistischer Zusammenhänge beeinträchtigt waren, wenn störungsspezifisches Material involviert war und dass diese Defizite durch die Tendenz zur Gefahrüberschätzung mediiert wurden.

Finanzierung:  DFG-Sachbeihilfe EX 17/3-1, 2007-2010

Evaluation Theaterprojekt: Vorhang auf.

Prof. Dr. Konrad Reschke in Zusammenarbeit mit Theaterprojekt “Vorhang auf!“

Das Projekt untersucht die gesundheitspsychologischen Effekte eines Schüler Theater Projektes in der Stadt Leipzig. Auf der Basis von Prä-, Post-, und Prozessanalysen werden die Effekte in Bezug auf Befindlichkeit, Emotionen und mit dem Trierer Persönlichkeitskeitsfragebogen erfasst. Selbst- und Fremdbeurteilungsdaten werden verglichen. Das Forschungsprojekt wurde vorm Auftraggeber verteidigt und mit einer Publikation im Jahre 2011 abgeschlossen.

Finanzierung: Drittmittel EU

Interkulturelle Unterschiede des Sammelzwangs (Compulsive Hoarding) – eine Vergleichsstudie zwischen Deutschland und den USA

Prof. Dr. Cornelia Exner, Kiara Timpano (Ph.D., Assistant Professor University of Miami)

In einem vorausgegangenem Kooperationsprojekt über die Epidemiologie des Sammelzwangs konnten Timpano und Exner eine Prävalenz von 5,8% an einer repräsentativen deutschen Stichprobe feststellen (Timpano et al., 2011). Dieses Ergebnis überraschte vor allem im Vergleich zu Studien aus anderen Ländern, in denen zum Teil deutlich geringere Prävalenzraten im Bereich von 2,3% bis 5,3% gefunden wurden. Die neue Studie untersucht im Rahmen einer Masterarbeit, ob die Prävalenzunterschiede u.a. von unterschiedlichen kulturelle Standards bei der Beurteilung von Unordnung abhängen. Beispielhaft soll dies durch den kulturellen Vergleich von Deutschland und den USA geprüft werden. Ziel ist dabei zu untersuchen, ob Deutsche eine geringere Toleranzschwelle für Unordnung aufweisen als Amerikaner. Die Datenerhebung erfolgt internetbasiert mittels einer Online-Befragung parallel in Leipzig und Miami. Das Forschungsvorhaben wird in Kooperation mit Frau Prof. K. Timpano (University of Miami, Department of Psychology) durchgeführt.

Finanzierung: Haushaltsmittel

Dysphorie und Rumination

Dipl. Psych. Friederike Weber, Prof. Dr. Cornelia Exner

In den letzten 20 Jahren Forschung zu Vulnerabilitätsfaktoren der Depression, hat sich die Tendenz über Symptome und Lebensprobleme zu grübeln als besonders bedeutsam bewiesen. Unklar bleibt bislang, warum Personen einen solchen ruminativen Reaktionsstil entwickeln. Entsprechend besteht ein Schwerpunkt der Abteilung, in der Untersuchung der kausalen Faktoren der Entstehung des ruminativen Reaktionsstils sowie den Auswirkungen von Rumination auf Stimmung und neuropsychologische Variablen.

Finanzierung: Haushaltsmittel

Metakognition und Gedächtnis bei Personen mit Zwangsstörungen

Prof. Dr. Cornelia Exner, Dipl. Psych. Friederike Weber

Veränderungen in der Bewertung und der Regulation eigener mentaler Abläufe (Metakognitionen) gelten als Bestandteil der kognitiven Vulnerabilität von Personen mit Zwangserkrankungen. Unklar ist, ob diese metakognitiven Veränderungen bei Personen mit Zwangserkrankungen, v.a. die gesteigerte Selbstaufmerksamkeit für mentale Prozesse und die Unfähigkeit zur Inhibition irrelevanter Impulse und Gedanken auch eine Erklärung für kognitive Leistungsdefizite bei dieser Patientengruppe bieten können. Im laufenden Projekt soll die Enkodierung verbaler Gedächtnisinhalte unter experimenteller Manipulation der Aufmerksamkeitsausrichtung bei Personen mit einer Zwangserkrankung und bei gesunden und depressiven Kontrollpersonen untersucht werden. Das Projekt soll herausfinden, ob die Gedächtnisdefizite bei Personen mit Zwangserkrankungen mit einer mangelnden metakognitiven Kontrolle mentaler Abläufe in Zusammenhang stehen.

Finanzierung: Drittmittel DFG-Sachbeihilfe (EX 17/5-1 und EX 17/5-2)

Selbstständig leben nach einer Hirnschädigung

Prof. Dr. Cornelia Exner, Prof. Dr. Winfried Rief (Philipps-Universität Marburg)

Für hirngeschädigte Patienten stellen bleibende neuropsychologische Störungen das größte Hindernis für die Rückkehr in ein selbständiges Leben im Alltag dar. Leider gibt es für diese Patienten nur unzureichende ambulante Behandlungsangebote. Seit Oktober 2007 gibt es in der Psychotherapieambulanz des Fachbereichs Psychologie die Möglichkeit, an einer ambulanten neuropsychologischen Therapie im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie teilzunehmen. Die neuropsychologische Therapie ist eine wissenschaftlich begründete Behandlungsmethode für Menschen mit Erkrankungen und Verletzungen des Gehirns. Im Rahmen dieser Therapie werden psychische Gesundheitsstörungen in den Bereichen Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, Problemlösen und Planen, Motivation und Stimmung durch spezielle Therapiemethoden und -programme behandelt. Das Therapieangebot richtet sich an Personen, die nach einer Erkrankung oder Verletzung des Gehirns (z.B. nach einem Schädelhirntrauma, einem Schlaganfall, einer Blutung, Entzündung oder Vergiftung) im Alltag Schwierigkeiten bei geistigen Leistungsanforderungen oder emotionale Probleme wie Reizbarkeit, Verstimmungen und Ängste erleben. Wesentliche Bestandteile der Intervention sind die Erarbeitung individueller Kompensationsstrategien zum Ausgleich kognitiver Probleme im Alltag, Aktivitätsaufbau, Verbesserung der emotionalen Regulationsmöglichkeiten und Unterstützung bei der Neuadjustierung von Lebenszielen und Selbstbild.
Neben dem ambulanten Therapieangebot werden in einer Reihe assoziierter Studien an verschiedenen stationären Einrichtungen der neurologischen Rehabilitation psychologischer Faktoren (Persönliche Reifung, dyadisches Coping, Änderungen von Selbstbild und Lebenszielen) untersucht, die es Patienten nach einer erworbenen Hirnschädigung ermöglichen, besser mit chronischen Folgen zurecht zu kommen.

Finanzierung: Psychotherapieambulanz Marburg (PAM) e.V.

 

Persönlichkeitsauffälligkeiten nach einer erworbenen Hirnschädigung

Prof. Dr. Cornelia Exner, M. Sc. Psych. Anne Leonhardt

Personen, die eine erworbene Hirnschädigung, z.B. durch einen Schlaganfall oder ein Schädel-Hirn-Trauma, erlitten haben, werden von Angehörigen und Therapeuten häufig als wesensverändert erlebt. Bisher gibt es nur wenige systematische Untersuchungen zu diesen Veränderungen.

Im aktuellen Projekt sollen Persönlichkeitsauffälligkeiten erstmals mit Hilfe des neuen dimensionalen Ansatzes für Persönlichkeitsstörungen aus Sektion III des DSM V beschrieben werden. Darüber hinaus, werden Veränderungen in Persönlichkeitseigenschaften und Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten erfragt. Die Persönlichkeit der Patienten wird einmal kurz nach der Schädigung und ein zweites Mal 6 bis 12 Monate später von den Patienten selbst sowie einem Angehörigen beschrieben und mit der von Kontrollprobanden verglichen.

Finanzierung: Haushaltsmittel

Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten nach erworbener Hirnschädigung - Zusammenhang mit Exekutivfunktionen und Emotionserkennung

Prof. Dr. Cornelia Exner, M. Sc. Psych. Anne Leonhardt

Die Studie soll das Auftreten von Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten bei Patienten nach einer

Hirnschädigung sowie bei gesunden Kontrollprobanden untersuchen. Es wird angenommen, dass die Patienten Auffälligkeiten in den Bereichen Apathie und Impulsivität zeigen. Die Fähigkeit der Emotionserkennung in Gesichtsausdrücken soll als neuropsychologischer Einflussfaktor untersucht werden. Es wird ein negativer Zusammenhang zwischen der Emotionserkennungsfähigkeit und dem Auftreten von Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten angenommen. Des Weiteren soll geprüft werden, ob es einen positiven Zusammenhang zwischen den Auffälligkeiten im Erleben und Verhalten und exekutiven Dysfunktionen in konstruktnahen Bereichen (kognitive Flüssigkeit und Inhibitionsleistung) gibt.

Finanzierung: Haushaltsmittel

 

Kognitive Leistungen bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) - Alltagsnahe Erfassung und der Einfluss von Kontextfaktoren

Prof. Dr. Cornelia Exner, M. Sc. Psych. Claudia Kallweit

Die Untersuchung kognitiver/ neuropsychologischer Leistungen von Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist seit einigen Jahren ein zentraler Bestandteil der Erforschung dieses Störungsbildes. Einzelne Ergebnisse bisheriger Studien deuten darauf hin, dass diese Leistungen in Abhängigkeit ihrer Erfassung – mit traditionellen neuropsychologischen Tests oder im Selbstbericht -  unterschiedlich zu beurteilen sind und ebenfalls unterschiedlich mit der Funktionsfähigkeit der Betroffenen zusammenzuhängen scheinen.

Ziel des laufenden Projektes ist es deshalb, die kognitive Leistung von erwachsenen ADHS-Betroffenen mithilfe eines dafür entwickelten experimentellen Paradigmas kontrolliert im Labor und gleichzeitig möglichst alltagsnah zu untersuchen, um das Leistungsbild dieser Störung zu erweitern. Die Entwicklung des Paradigmas in Form von Parallelformen soll es außerdem in einem weiteren Schritt ermöglichen, Kontextfaktoren experimentell zu untersuchen, die sich im Alltag förderlich oder mindernd auf die Leistung erwachsener ADHS-Betroffener auswirken können.

Finanzierung: Haushaltsmittel


letzte Änderung: 02.03.2016 

Studienteilnehmer gesucht

Wir suchen derzeit Versuchspersonen zur Studienteilnahme an verschiedenen Projekten.