M.Sc. Projektmodul Arbeits- und Organisationspsychologie


Struktur:
Das Projektmodul besteht aus zwei Teilen. Das Projektseminar (3SWS) findet im Sommersemester als wöchentliche Veranstaltung statt. Im Projektseminar beschäftigen wir uns mit dem theoretischen Hintergrund der Fragestellung, entwickeln Pläne für eine eigene empirische Untersuchung und bilden Kleingruppen für die weitere Forschungsarbeit.

Das Praktikum (4SWS) findet im anschließenden Wintersemester statt. Im Rahmen des Praktikums arbeiten die Studierenden selbstständig und in Kleingruppen an der Datenerhebung, Auswertung der Daten und Erstellung eines Ergebnisberichts, zum Beispiel in Form eines Posters. Sie erhalten regelmäßig Feedback zu ihren (Zwischen-)Ergebnissen vom Dozenten.

Das Projektmodul wird im Sommersemester 2018 / Wintersemester 2018/19 von M.Sc. Carolin Dietz und Prof. Dr. Hannes Zacher geleitet.

Ziele: Die Studierenden erwerben vertieftes Wissen zu einem aktuellen
Forschungsthema der Abteilung Arbeits- und Organisationspsychologie. Darüber hinaus erwerben sie in den folgenden Bereichen zentrale Methodenkompetenzen: Steuerung eines wissenschaftlichen Problemlöseprozesses, Stichprobengewinnung, selbstgesteuertes Lernen,
Selbstmanagement, Umgang mit Mehrfachanforderungen, Stressbewältigung,
Zeitmanagement, Vorstellung von Forschungsergebnissen gegenüber
verschiedenen Zielgruppen, Verfassen eines
wissenschaftlichen Berichts.

Inhalte: Es ist geplant, mittels eines personen-zentrierten Ansatzes den Zusammenhang zwischen Krankheitsverhalten und Gesundheit, Wohlbefinden und Arbeitsleistung zu untersuchen. Dabei sollen mittels einer latenten Profilanalyse unterschiedliche Typen (Profile) von Präsentisten, also Personen die mit gesundheitlichen Beschwerden arbeiten, identifiziert werden. Mögliche Konstrukte zur Bildung dieser Profile sind beispielsweise Arbeitszufriedenheit und Druck durch äußere Faktoren wie Vorgesetze oder KollegInnen. So könnte es zum Beispiel Personen geben, die vor alle aufgrund von hoher Arbeitszufriedenheit krank arbeiten oder Personen, die sich in erster Linie aus Angst vor negativen sozialen Konsequenzen nicht krank melden. Welche Typen existieren und ob diese Typen sich in Hinblick auf Gesundheit, Wohlbefinden oder Arbeitsleistung unterscheiden, werden die zentralen Fragen des Projektmoduls sein.

Zur Beantwortung der Forschungsfragen werden wir Erwerbstätige mittels Fragebögen zu zwei Messzeitpunkten im Abstand von drei Monaten in Hinblick auf die relevanten Konstrukte befragen.

Die Ergebnisse lassen nicht nur Rückschlüsse über die Existenz von unterschiedlichen Präsentismustypen und deren qualitative Ausprägungen zu, sondern auch über deren quantitative Merkmale wie die Anzahl an Personen eines einzelnen Präsentismustyps innerhalb der Stichprobe. Darüber hinaus lassen sich Unterschiede der Präsentismustypen in Hinblick auf Gesundheit, Wohlbefinden und Arbeitsleistung zeigen. Ein möglicher Befund könnte sein, dass Personen, die aufgrund von hoher Arbeitszufriedenheit mit gesundheitlichen Beschwerden arbeiten ein höheres Wohlbefinden aufweisen als Personen, die aufgrund von Angst Präsentismus zeigen.

Spezifische Fragestellungen werden von den Studierenden im Verlauf des Sommersemesters, basierend auf der arbeits- und organisationspsychologischen Literatur zu Präsentismus, Arbeitsplatzmerkmalen/Führung und Gesundheit/Wohlbefinden/Arbeitsleistung entwickelt.


letzte Änderung: 13.02.2018