Sozialpsychologie  

Motivierte soziale Kognition

 

Laufende Forschungsprojekte:

Details

 

Der Einfluss individueller Bedrohung auf Intoleranz gegenüber abweichenden Fremdgruppen

(gefördert durch die DFG: FR 2067 2-1, -2)

Immo Fritsche (Universität Leipzig)

Die Wahrnehmung von Bedrohung wurde in der sozialpsychologischen Forschung wiederholt als eine wesentliche Determinante der Intoleranz gegenüber sozialer Abweichung identifiziert. In diesem Forschungsvorhaben wird wahrgenommener individueller Kontrollmangel als ein wesentlicher Aspekt von Bedrohung in seinen Effekten auf negative Reaktionen gegenüber abweichenden Fremdgruppen untersucht. Diese Effekte werden als Folge des Bemühens um Wiederherstellung individueller Kontrollwahrnehmungen verstanden. Die damit verbundenen Prozesse sollen untersucht werden. Die Ergebnisse dieser Studien sollen nicht nur von großer Bedeutung für die theoretische Erklärung von Bedrohungseffekten auf (mangelnde) Toleranz gegenüber abweichenden Fremdgruppen sein, sondern auch hohe Relevanz für Bemühungen besitzen, gesellschaftliche Phänomene von Intoleranz zu verstehen und einen toleranten Umgang mit Andersartigkeit zu fördern.

 

Menschliche Sterblichkeit determiniert
soziales Denken und Verhalten

Immo Fritsche (Universität Leipzig), Eva Jonas (Universität Salzburg)

Das unweigerliche Ende des physischen Selbst stellt Menschen vor das Problem, das Potenzial paralysierender existenzieller Angst im Alltag kontrollieren zu müssen. Gemäß der Terror-Management-Theorie (Greenberg, Solomon & Pyszczynski, 1997, Adv. Exp. Soc. Psych.) geschieht dies durch automatische Angstpufferprozesse, über die Menschen sich ihrer symbolischen Unsterblichkeit vergewissern. Beispielsweise stützen und verteidigen Menschen eigene kulturelle Gruppen und deren Weltsichten sowie die Vorstellung, selbst wertvolle Mitglieder dieser Gruppen zu sein. Diese Prozesse treten insbesondere dann zu Tage, wenn Menschen an ihre Sterblichkeit erinnert werden (Burke, Martens & Faucher, 2010, PSPR). In Forschungsarbeiten der Abteilung werden diese Prozesse in ihren Grundlagen und Anwendungen untersucht. Hierbei stehen derzeit vor allem folgende Fragen im Fokus:

  • Welche Rolle spielt der Wunsch nach eigener Fortpflanzung bzw. ein "transgenerationales Selbst" im Umgang mit eigener Sterblichkeit?
  • Inwiefern bestimmen Gruppennormen die Ausprägung defensiver sozial-kognitiver Reaktionen auf Sterblichkeit?
  • Zeigen sich Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Erwachsenen im Umgang mit eigener Sterblichkeit?

letzte Änderung: 03.06.2015 

Kontakt

Institut für Psychologie der Universität Leipzig

 

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